Camping (Teil 1) – eine wiederentdeckte Wochenend-Freizeit –Alternative

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Ich liebe die Stadt und das Stadtleben, alles dicht bei, am Puls der Zeit, Café hier, Shopping da – Bäcker, Supermarkt, Kita, Bus & Bahn alles gleich um die Ecke. Am Abend auf der Terrasse sitzen und den Vögeln, sowie dem Rauschen der Stadt gleichermaßen lauschen. Einfach toll – man fühlt sich lebendig, jung und frisch, aber so richtig durchatmen, sich sammeln, erden und mal so richtig abschalten- das geht eben nicht.

Als Jugendliche war ich oft an der Ostsee zelten, low- Budget, Regengarantie und ne Menge Spaß. Meinem Mann geht es ähnlich. Vor fast drei Jahren waren wir mit unserer damals knapp zweijährigen Tochter das erste Mal zelten, es hat alles super funktioniert. Letztes Jahr dann wieder und dieses Jahr, dieses Jahr ging die Initiative sogar von mir aus, obwohl ich schon am Ende des 7ten Schwangerschaftsmonats war.

Für das Wochenende 17/18 Juni, hatten sie für Montreal heiße Temperaturen angekündigt. An den See fahren und Abkühlung suchen, war also Pflicht – warum nicht gleich auch Zelten? Der „Stadtkoller“ kündigte sich eh so langsam an… Kurz entschlossen packten wir all unsere sieben Sachen zusammen. Schnell noch ein kurzer Blick ins Internet wo es hingehen könnte, Navi programmiert und los. Unsere Tochter war völlig aus dem Häuschen und aufgeregt. Wäre es nachts gewesen, so hätten ihre strahlenden Augen, die ganze Stadt erhellt. Nach knapp 1 Stunde Fahrt erreichten wir unser Ziel – Parc national d’Oka, 10 min später hatten wir bezahlt und unsere Parzellennummer in der Hand.

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Das Zelt war im Handumdrehen aufgebaut, die Sachen verstaut und wir konnten zum Strand. Ich konnte es kaum glauben, aber bereits während des Zeltaufbaus überkam mich eine gewisse Entspannung, so zwischen den Bäumen, die Vögel zwitscherten und weit und breit kein Rauschen der Stadt. Am Strand konnten wir uns dann erst einmal erfrischen, die Sonne genießen, ausruhen und treiben lassen. Gegen Abend, als der Hunger langsam kam, stellten wir fest, dass wir – als wären wir noch nie campen gewesen- nichts fürs Abendbrot dabei hatten. Um uns vor dem großen Hungerstress zu bewahren – nutze ich die modere Technik und suchte uns ein kleines Restaurant in der Nähe raus. Der Italiener war nur 10 Autominuten entfernt. Wir verließen also unsere kleine Oase, hatten dafür aber den Blick auf den Fluss und haben den Sonnenuntergang auf der Fähre genießen können.

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      Zurück am Zelt sind wir alle zusammen, mit frischer Luft in der Lunge, in einen tiefen und erholsamen Schlaf gesunken. Am nächsten Morgen haben wir übereinstimmend festgestellt, dass es eine super Idee war raus zufahren. Es tat nicht nur uns gut, sondern auch unserer Tochter. Campen ist definitiv mit das Beste was man mit seinem Kind machen kann. Man ist den ganzen Tag draußen, die Kids können die Natur entdecken, erleben, fühlen, sich austoben – sich ganz neu ausprobieren. Manchmal müssen sich die lieben Kleinen zwar erst daran gewöhnen, aber nach ein, zwei – was ist das, was macht das, vielleicht auch einem Ihhhhhhhh, Mama/Papa Hilfe, ist alles wieder im Lot.

Wie so vieles im Leben, ändert sich auch manchmal der Blickwinkel und das Erleben der Dinge. Für mich ist es definitiv eine neue Erfahrung, dass ich den Aufenthalt in der Natur so sehr genießen kann, dass ich daraus Energie schöpfe. Ich bin sehr froh diese neue Energiequelle für mich gefunden zu haben, denn sie macht uns allen Spaß, bringt uns raus und zusammen. Für dieses Jahr werden wir es so lange nutzen, wie es der Bauch zulässt und im nächsten Jahr Zwerg Nummer 2 direkt daran gewöhnen.

Zum Abschluss noch unsere persönliche MUST-HAVE-AUSRÜSTUNG-LISTE:

Zelt

Schlafsäcke

Screen house (perfekt gegen Mücken, super Regen- und Sonnenschutz)

Matratzen (gern etwas dicker in der Schwangerschaft)

Gaskocher + Zubehör

Lampen

25$ Cent Coins (CAD) (nicht alle Duschen sind inklusive)

Kühlbox

Abwaschschüssel

Holz (in Kanada hat fast jede Parzelle ihre eigene Feuerstelle)

Sollte euer Auto voll sein – auf Stühle und Tisch könnt ihr in Kanada fast immer verzichten, hier haben fast alle Parzellen einen Tisch und Bänke.

In Camping Teil 2 werde ich euch, die von uns getesteten Campingplätze in Kanada näher vorstellen.

Bis dahin eure MrsJ

2 Responses

  1. Melmo sagt:

    Na da bekomme ich doch gleich Lust auf’s Zelten… obwohl ich immer dachte aus dem Alter wäre ich raus. 😊👍

  2. Sveen sagt:

    Jupp, Zelten macht Spass!

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